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Donnerstag, 29.08.2013, 17:38

Die Kunstjägerin
Von Elis Fischer
Gmeiner Verlag, Juli 2013
ISBN: 978-3-8392-1454-1
9,99 Euro

Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.
(Galileo Galilei)

Verschwörungstherorien kommen nicht nur seit Dan Browns »Illuminati« bei den Lesern gut an. Rätsel zu lösen und uralte Mythen aufzudecken liegt in der Natur des Menschen. Wir alle sind neugierig. Geheimnisse ziehen uns an und lassen uns nicht mehr los, bis wir die Wahrheit erfahren. Besonders wenn es um unser eigenes Leben, unsere Vergangenheit oder die unserer Vorfahren geht.

Genau mit dieser zutiefst menschlichen Eigenschaft spielt die Österreicherin Elis Fischer in ihrem Roman »Die Kunstjägerin«. Die Spannung wird vor allem durch das Ratespiel erzeugt und die Neugierde der Protagonisten, die sich auf den Leser überträgt.

Im Mittelpunkt des Krimis steht ein altes Bild. Es ist nicht irgendein Bild, sondern ein Ölgemälde, dessen Vignette es als Sustermanns (oder etwa Rubens?) ausweist.
Was das Buch ungleich faszinierender macht ist die Tatsache, dass sich dieses Gemälde tatsächlich im Besitz der Autorin Elis Fischer befindet, die unter anderem Kunstgeschichte studiert hat und ihr Wissen bei diesem Roman einsetzt.

Während der Nachforschungen nach der Herkunft des Gemäldes, die sie bis in das 17. Jahrhundert führten (den aktuellen Stand der Recherchen kann man auf der Homepage der Autorin einsehen) kam der Autorin die Idee zu diesem faszinierenden Roman.

Darin hat die chaotische Protagonistin Theresa, eine verheiratete Illustratorin, dieses Bild von ihrem Vater geerbt und will es restaurieren lassen. Zu diesem Zweck nimmt sie es im Beisein ihrer besten Freundin Flora von der Wand, um es genau zu begutachten. Dabei fällt ihr auf der Rückseite eine Vignette auf, die etwas unleserlich beschrieben ist. Die Namen Sustermann und Rubens meinen die Freundinnen darauf aber zu erkennen.
Bevor Theresa, das nur geheimnisvolle, Bild zum Restaurator bringt, fertigt sie noch Fotos davon an und sendet E-Mails an diverse Kunstkenner, um den Wert des Gemäldes schätzen zu lassen.
Doch bald wird der Restaurator ermordet aufgefunden und Theresas Bild gestohlen. Handelte es sich wirklich nur um einen Raubmord oder ist Theresas Bild schuld an seinem Tod. Gemeinsam mit ihren Freunden beginnt Theresa nachzuforschen und entdeckt dabei schier Unglaubliches. Die Recherchen führen bis nach Florenz und bald geraten Theresa und ihr 10jähriger Sohn in Gefahr.

»Die Kunstjägeri« ist ein hervorragendes Debüt, das den Leser in die Schattenseiten der Kunstwelt eintauchen lässt. Die Autorin hat den hintorischen Hintergrund genau rechcherchiert und den Roman mit interessanten, zusätzlichen Details angereichert (wie eine Briefkorrespondenz eines geheimnisvollen Mannes namens G., dessen Identität sich noch im Roman auflöst)

Bei diesem Krimi stimmt einfach alles, von der Figurenzeichnung angefangen, über Plot, Spannungsaufbau bis hin zur Auflösung des kniffligen Falls.
Die Figuren, allen voran der Freundeskreis von Theresa sind gut und liebevoll charakterisiert. Es finden sich jede Menge Identifikationsfiguren. Man kann sich sehr gut in die einzelnen Personen hineinversetzen.
Die Autorin spart mit all zu detailierten kunstgeschichtlichen Informationen, es wird nur soviel Fachwissen in den Text eingestreut, wie für die Geschichte notwendig. In meinen Augen hätte es durchaus mehr sein können. Ein Buch wird meiner Meinung nach besser, wenn man etwas erfährt, das man vielleicht noch nicht gewusst hat, bzw. etwas beim Lesen lernt.
Es findet sich viel Lokalkolorit. Der Roman entführt an interessante Schauplätze.
Die Spannung bleibt ziemlich konstant auf mittelhohem Niveau. Aber es handelt sich bei »Die Kunstjägerin« auch nicht um einen klassischen Krimi oder Thriller, sondern um einen Spannungsroman mit historischem Hintergrund, indem Kunstgeschichte das Thema ist aber auch Freundschaft und Zusammenhalt.
Der Gmeiner Verlag führt »Die Kunstjägerin« deshalb unter Frauenromane. Ich denke dennoch, dass er auch Fans unter der männlichen Leserschaft finden wird.
Sprachlich ist der Roman leicht zu lesen, die Dialoge sind lebendig und mit viel Humor gewürzt. Dank der bildstarken Beschreibungen der Autorin kann man sich die Handlungsorte gut vorstellen. Die Kapitel übersichtlich, die Perspektivewechsel moderat und gut nachvollziehbar.
Am Ende sind nicht alle Rätsel gelöst, manche Fragen bleiben offen, die gemeinsam mit der Autorin auf deren Homepage diskutiert werden können.
Elis Fischer fordert sogar zum Dialog auf, weil sie das Rätsel des Gemäldes gerne vollständig lösen möchte.

Der Gmeiner Verlag hat das äußerst gelungene Cover, das mit Hochglanzelementen ausgestattet ist, unter Verwendung von Fotos der Autorin erstellt. Beim Lesen ertappt man sich immer wieder dabei, auf dem Cover nachzugucken, denn ein Bildausschnitt des Gemäldes findet sich darauf.

»Die Kunstjägerin« von Elis Fischer garantiert somit ein Leseerlebnis der besonderen Art, das mit Beenden des Buchs noch lange nicht zu Ende ist. Ein durchwegs gelungenes Debüt!
Wer einem unterhaltsamen und interessanten Leseabend ohne Blutorgien nicht abgeneigt ist, dem sei »Die Kunstjägerin« ans Herz gelegt.

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für diese kurzweilige Lektüre!

(Eine Rezension von J.B. Wind, Cover mit freundlicher Genehmigung des Gmeiner Verlags)


Mittwoch, 28.08.2013, 20:00

Birgit Ebbert ist längst keine unbekannte Autorin mehr. Sie blickt bereits auf zahlreiche Veröffentlichungen zurück, vor allem im Bereich Kinder- und Jugendbuch, sowie Lernhilfen.

Mit »Brandbücher« gibt sie nicht nur ihr Krimidebüt im Gmeinerverlag sondern legt auch ihren ersten Roman für Erwachsene vor.

Das Thema Bücherverbrennung beschäftigt sie schon seit vielen Jahren, seit sie im Rahmen ihrer Dissertation über Erich Kästner festgestellt hat, dass viele Autoren nie wieder an ihre Erfolge vor der Bücherverbrennung anknüpfen konnten. Das hat die Autorin Ende der 90er Jahre dazu gebracht, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.

Anfang des neuen Jahrtausends richtete sie die erste Internetseite zum Thema ein, hielt Vorträge und sammelte Materialien über die Bücherverbrennung. Auf der Website www.bücherverbrennung.de gibt es Listen von Autor/innen, die damals aus den Regalen verbannt wurden, sowie andere sinnvolle Informationen, wie zum Beispiel in welchen Städten Bücherverbrennungen stattgefunden haben und wann genau. In ihrem Nachwort erwähnt die Autorin, sie habe diese Seite eingerichtet, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass diese Zeit und Aktion nicht in Vergessenheit geraten mag und den Menschen eine Lehre sei.

Das Wort »Bücherverbrennung« ist denn meisten von uns ein Begriff. Als die Nationalsozialisten unter Hitler die Macht übernahmen, die ersten Juden gebranntmarkt und denunziert wurden, formierten sich Studentenverbindungen, die 1933 die erste öffentliche Verbrennung von Büchern jüdischer Autor/innen initierten.
Dass viele Werke diese grausame Zeit überstanden und nicht in Vergessenheit geraten sind, hat man sicher vielen Menschen zu verdanken, die heimlich Bücher versteckten oder außer Landes brachten.

Im Mittelpunkt von »Brandbücher« steht die 24jährige Karina, die im Haus ihrer verstorbenen Großtante geheimnisvolle Postkarten findet, die in diversen Stapeln gebündelt sind. Jeweils mehrere Postkarten mit derselben seltsamen Zahlen- und Buchstabenfolge erzählen zusammen aus einem Tag im Leben ihrer Großtante.
Karinas Nachforschungen führen in das Jahr 1933 zurück, in dem ihre Großtante als Haushälterin bei dem jüdischen Buchhändler Jakob Weizmann gearbeitet hat.

Karina ist fasziniert von ihrer Entdeckung, lässt nicht locker und recherchiert gemeinsam mit ihrer Freundin Jenny und dem Pfarrer Martin, was hinter den Karten steckt. Bei ihren Nachforschungen deckt sie dunkle Machenschaften auf und gerät selbst in Gefahr.

»Brandbücher« ist ein fiktiver Krimi mit einem realen historischen Hintergrund. Birgit Ebbert verwendet hierfür mehrere Erzähl- und Zeitebenen, sowie Perspektiven.
Zum einen ist der Erzählstrang von Karina und ihren Recherchen, der durch Rückblicke in das Jahr 1933 unterbrochen wird, in denen der Sohn des Buchhändlers Samuel im Mittelpunkt steht, der seinen ehemaligen besten Freund Bruno Schulze-Möllering an die Nazibewegung verliert und einer der ersten ist, der den Hass gegen Juden am eigenen Leib miterlebt.

Zusätzlich beginnen viele Kapitel mit Auszügen aus den rätselhaften Postkarten.

Sprache, Schreibstil und Erzähltechnik erweckten bei mir von Anfang an den Eindruck einen Jugendkrimi zu lesen, bzw. einen Roman für junge Erwachsene. Ich würde den Roman als All-Age Roman bezeichnen und auch nicht unbedingt als Krimi.

Die Hauptfigur Karina ist erfrischend, mädchenhaft und sympathisch gezeichnet. Auch der Pfarrer erscheint jugendlich und dynamisch. Die Freundin Jenny wirkt von ihrer Art und Sprache her wie ein Teenager.

Die Rückblenden in die Vergangenheit schildert die Autorin eindrucksvoll und derart authentisch, dass man meinen könnte, sie wäre selbst dabei gewesen. Somit ist dieser Spannungsroman auch eine Art Zeitdokument, denn Birgit Ebbert verwendet Originalauszüge aus den »12 Thesen wider den undeutschen Geist« und den »Feuersprüchen«. Die betreffenden Stellen sind im Buch mit einem Sternchen markiert.

Die Schauplätze sind bildstark beschrieben. Durch die lockere und leichte Sprache und die große Schrift lässt sich das Buch schnell und zügig lesen.
Der Plot, sowie dessen Auflösung funktioniert einwandfrei. Auch am Aufbau der Geschichte gibt es nichts auszusetzen. Alles ist schlüssig, logisch und gut strukturiert.
Einzig das Lektorat war hier leider nicht effizient genug.

Alles in allem ist Brandbücher ein solider, informativer, semi-historischer (Kriminal)roman für junge Erwachsene, den man durchaus als Lektüre in den (Geschichts)unterricht einbauen könnte.

Das Cover unterstreicht den Inhalt des Krimis ausgezeichnet, ebenso auch meinen Eindruck, es würde sich um ein Jugendbuch handeln (durch den Jungen, der darauf abgebildet ist).

Das ausführliche Nachwort der Autorin, der Verweis auf ihre Homepage über die Bücherverbrennung, die wirklich sehr eindrucksvoll ist und lange zum Verweilen einlädt, eine Enschlüsselung des jüdischen Kalenders, sowie ein Quellennachweis auf den letzten Seiten, runden das Buch gelungen ab.

Es gibt auch nach der kurzweiligen Lektüre viel zu entdecken und erfahren, somit gibt es von mir eine klare Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Leseerlebnis der besonderen Art.

(Eine Rezension von J.B. Wind, Cover mit freundlicher Genehmigung des Gmeiner Verlags)


Mittwoch, 28.08.2013, 15:39

Nylons
Mademoiselle hat ein Geheimnis

Von Nora Schwarz
Dotbooks verlag, 2013

Bei Mademoiselle hat ein Geheimnis handelt es sich um die dritte Novelle der Fetisch-Erotik-Reihe von Nora Schwarz. (Nach Teil 1-Gewagtes Spiel und Teil2 – Harte Zeiten)
Im Herbst 2013 werden noch drei Novellen bei dotbooks erscheinen. Jedes Buch ist eine in sich abgeschlossene kurze Geschichte.

Im dritten Teil führt uns die Autorin wieder in die Vergangenheit, wenn auch anders als in Teil 1. Denn die Geschichte spielt eigentlich in der Gegenwart.
Im Mittelpunkt steht diesmal der 60jährige Jan, der frisch verwitwet und einsam (seine Kinder sind bereits erwachsen) einen Schauplatz seiner Jugend aufsucht und sich mit Wehmut an die Zeit zurückerinnert als er seine Sexualität entdeckt hat.
Jan steigt in einem Hotel an der französichen Atlantikküste ab, das früher ein Landschulheim war und erinnert sich an den Sommer 1957, in dem er die Erzieherin Mademoiselle Mandorle kennen lernte, die unter ihren Röcken ein für Jan unglaubliches Geheimnis verbarg: Sie trug Nylons. Jan ist ab diesem Zeitpunkt schier besessen von den Strümpfen und stielt sie sogar von der Wäscheleine. Dafür wird er allerdings bestraft, und die Bestrafung könnte süßer nicht sein, denn sie wird von Mademoiselle Mandorle persönlich ausgeführt...

Der dritte der Teil der Serie ist von einer melancholischen Grundstimmung getragen. Die Einsamkeit Jans wird spür- und greifbar durch die bildstarken Beschreibungen der Autorin. Dass er sein ganzes Leben nicht wirklich glücklich war, in keiner seiner Beziehungen Erfüllung gefunden hat, auch nicht in seiner Ehe, betrübt den Leser, umso greifbarer wird aber sein Wunsch nach der Wiederholung der Vergangenheit.

Plot und Aufbau sind wieder sehr gut. Die Geschichte wird zarter und sensibler erzählt, die Erotik ist subtiler, leise prickelnd und weicher vertreten als in den ersten beiden Teilen, die mich persönlich stärker angesprochen haben. Teil 3 soll aber laut Autorin der persönlichste Teil der Reihe sein, der auch den Grundstein für die Reihe selbst gelegt hat. Bei einem Urlaub kam ihr die Idee zur Nylons-Reihe.

Das Cover ist wieder eine Augenweide. Die Frau auf dem Bild wirkt nicht nur erotisch sondern auch kokett.

»Mademoiselle hat ein Geheimnis« ist eine zauberhafte und gelungene Erzählung, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
Ich freue mich auf den vierten Teil der Erotikreihe.

(Eine Rezension von J.B.Wind, Cover mit freundlicher Genehmigung des dotbook verlags)


Sonntag, 25.08.2013, 14:51

Balthasars Vermächtnis
Von Charlotte Otter
Argument Verlag/Ariadne, 15. Juli 2013
ISBN: 978-3867542142
13,00 Euro

Aids ist eine Erkrankung, die unsere Gesellschaft mit ihren Werten und ihrer Politik grundlegend auf die Probe stellt. (Rita Süssmuth)

Viele Menschen denken, AIDS wäre in unserer aufgeklärten Gesellschaft des dritten Jahrtausends kein Thema bzw. kein Problem mehr. Jedoch steigen die Neuinfektionen weltweit kontinuierlich an. Allein in Deutschland leben 78.000 HIV positive Menschen. Auch die schweizer AIDS-Hilfe zeigte sich zuletzt sehr beunruhigt, da die Rate der HIV-Neuinfektionen in der Schweiz im Jahre 2012 zum ersten Mal wieder anstieg.

Weltweit leben zurzeit 36 Millionen Menschen mit HIV/AIDS. Über 7 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu antiretroviraler Therapie. Zwischen 20 und 26 Millionen HIV-Positive leben in Mittel- und Südafrika. Für Südafrika bedeutet das, dass dort je nach Region zwischen 15% und 50% HIV positive Menschen leben.

Schuld an dieser rasanten Verbreitung in Afrika sind einerseits Mythen, Volks- und Aberglauben rund um die Krankheit. Das macht es nach wie vor schwierig, die weitere Verbreitung zu verhindern geschweige denn die Epidemie aufzuhalten.
Schuld trägt allerdings auch die südafrikanische Regierung, die zu Beginn dieses Jahrtausends nicht anerkannte, dass HIV die Krankheit AIDS verursacht und sich daher weigerte die lebenserhaltenden Medikamente frei zu geben. Damit schickten sie Hunderttausende Infizierte in den Tod. Die Anzahl der daraus resultierenden AIDS-Waisen beläuft sich allein in Südafrika auf fast 2 Millionen.

Das macht Charlotte Otter unter anderem in ihrem grandiosen Debütroman zum Thema. Else Laudan steht für Bücher mit dem besonderen Touch. Wieder einmal hat sie ein großes Talent entdeckt! Man kann der Verlegerin dazu gratulieren, dass sie sich entschlossen hat, diesen Debüt-Krimi für ihr Programm zu übersetzen.

Die Autorin Charlotte Otter ist Südafrikanerin, schreibt in englischer Sprache, lebt aber seit vielen Jahren in Deutschland.
Sie hat unter anderem als Kriminalreporterin gearbeitet. Ihre Erfahrungen fließen in »Balthasars Vermächtnis« ein.

Denn die Protagonistin Magdalena Cloete, kurz Maggie, ist kriminalreporterin in Südafrika, genauer gesagt in der östlich gelegenen südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal und hat sich diesen Posten hart erkämpft.
Eines Tages erhält Maggie einen Anruf von Balthasar Meiring, der bei der Aidshilfe-Mission arbeitet. Er berichtet ihr von einer Sammelklage mehrerer Familien, die durch AIDS Angehörige verloren haben. Sie klagen einen Arzt, der unwirksame Vitamincocktails als Medizin gegen AIDS verkauft hat um Schadenersatz.
Cloete wimmelt den Anrufer jedoch ab, da sie meint, das Thema passe nicht in ihr Ressort.
Wenige Tage später wird Balthasar Meiring am hellichten Tag erschossen.
Maggie fühlt sich dafür verantwortlich und beginnt nachzuforschen. Sie deckt daraufhin ein Geflecht aus Lügen, Betrug, Machtmissbrauch und Gewalt auf. Dabei gerät sie selbst in große Gefahr. Doch Maggie lässt sich nicht aufhalten, denn das Leben von Kindern steht auf dem Spiel.

»Balthasars Vermächtnis« wird als Kriminalroman verkauft. Hinter dem Buch verbirgt sich allerdings mehr. Es ist einer der rasantesten und gleichzeitig tiefgründigsten Polit-Thriller der letzten Jahre.
Wahre Hintergründe wurden von der Autorin perfekt rechcherchiert, in eine spannende fiktive Story verpackt und mit interessanten Charakteren angereichert.
Die Protagonistin Maggie Cloete gibt eine wunderbare Identifikationsfigur ab: sympathisch, mitfühlend, intelligent, sensibel, aber auch mutig, direkt, kämpersisch und knallhart, wenn es darauf ankommt. Sie ist eben eine echte Heldin!

Die anderen Figuren wurden ebenfalls plastisch gezeichnet, agieren stets glaubhaft und authentisch.
Charlotte Otter entführt den Leser zusammen mit Maggie auf ihrer »Henne« an südafrikanische Schauplätze, die dank der bildhaften Beschreibung der Autorin vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden.
Und immer wieder erfahren wir schockierende Details, die einen beim Lesen den Atem stocken lassen.

Gleich auf den ersten Seiten wird man in eine mitreißende Geschichte gezogen, deren Spannung kontinuierlich auf hohem Niveau bleibt, bis zum ergreifenden Showdown. Der Plot glänzt durch einen perfekten Aufbau, der rote Faden geht nie verloren.

Balthasars Vermächtnis ist somit ein spektakuläres Leseerlebnis mit vielen Action-Szenen, ohne jemals platt zu werden. Der Leser wird in einen Strudel der Gewalt gezogen, mit Rassismus, Geld- und Machtgier der Politiker konfrontiert. Die Wertlosigkeit von Kindern, Frauen und Kranken und wie skrupellose Männer sich bei ihren Verbrechen an diesen Menschen gegenseitig decken wird hier besonders hervorgehoben.
Dank der intelligenten Autorin wird in diesem Hard-boiled Krimi auch an tiefgründigen Szenen und Dialogen nicht gespart.

Einzig das Cover ist wenig ansprechend und ausdrucksstark. Es verrät zu wenig über das Buch, bzw. wird dem Buch nicht gerecht.

Balthasars Vermächtnis ist eine temporeiche Jagd durch Südafrika und ein rundum gelungenes und beeindruckendes Debüt von einer Autorin, die sicher noch viel zu sagen und zu schreiben hat.

Vielen Dank an den Ariadne/Argument Verlag für diese atemberaubende, kurzweilige und informative Lektüre.

(Eine Rezension von J.B. Wind, Cover mit freundlicher Genehmigung des Ariadne Verlags)